EU-Förderung von KMU – #EUOpen4Business

Am Mittwoch, dem 16. Oktober 2019, fand die Abschlussveranstaltung der diesjährigen EU Open for Business Kampagne in Stuttgart statt. Der EU-Infotag, der mit einer Rede der baden-württembergischen Wirtschaftsminister Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut eröffnet wurde, brachte rund 100 Unternehmer und Experten für Kleine und Mittelständische Unternehmen (KMU) zusammen. Die Veranstaltung bot einige Einblicke in die verschieden Fördermöglichkeiten der Europäischen Union für KMU. Als zentraler Ansprechpartner fungiert dabei das Enterprise Europe Network (EEN), das mit seinen vielen Anlaufstellen unter anderem bei der Anbahnung von Geschäftskontakten und Kooperationen sowie der Antragsstellung für europäische Forschungsprojekte und dem Zugang zu Finanzierungsinstrumenten helfen kann. Veranschaulicht wurden die einzelnen Finanzierungs- und Unterstützungsmöglichkeiten durch eine Vielzahl von KMU die eine schon EU-Förderung erhalten haben.

Dr. Alina Schick, CEO Visioverdis @ EU – Open for Business Info-Day. Stuttgart, 16.10.2019. Foto © Nicole Maskus

Vernetzung und Finanzierung von zentraler Bedeutung

Das EEN wird durch das COSME Programm der EU finanziert, das mit einem Gesamtbudget von 2,3 Mrd € KMU auch beim Zugang zu zusätzlichen Geldern unterstützen kann: KMU sollen in den unterschiedlichen Phasen ihres Bestehens (Gründung, Expansion oder Unternehmensübertragung) einen besseren Zugang zu Finanzmitteln erhalten.  Der leichtere Zugang wird unter anderem durch die Übernahme von Bürgschaften hauptsächlich für Kredite bis zu 150.000 Euro für kleine und mittlere Unternehmen gewährleistet. Die Kredite werden dabei vor allem durch lokale Banken vergeben. Dank der finanziellen Absicherung durch das COSME Programm bestehen auch eine Reihe weiterer Fördermöglichkeiten. Dazu gehört unter anderem das Projekt Erasmus für Jungunternehmer. Dabei handelt es sich um grenzüberschreitendes Austauschprogramm, das jungen Unternehmern Fähigkeiten zu vermitteln die sie für eine erfolgreiche Führung ihres Unternehmens nutzen können. Bis zu 6 Monate wird den Teilnehmern die Möglichkeit geboten in einem anderen Land zu arbeiten und durch die grenzüberschreitende Weitergabe von Wissen ihr Know-how zu erweitern und gleichzeitig interkulturelle Erfahrungen zu machen. Auch als erfahrener Unternehmen kann man von diesem Programm profitieren, denn wer mehr als 3 Jahre Erfahrung in der Leitung eines KMU gesammelt hat, darf als Gastunternehmer an dem Programm teilnehmen. Die Vorteile liegen dabei auf der Hand. Neben der Einsicht und Kenntnisse über andere Märkte und internationalen Gepflogenheiten bietet das Programm den Zugang zu jungen aufstrebenden Unternehmern mit wachen Köpfen und frischen Ideen, die mit neuen Fähigkeiten und innovativem Wissen ihr Gastunternehmen bereichern können. Dabei unterstützen sich die beiden Unternehmer gegenseitig bei der Weiterentwicklung ihrer Unternehmen, wobei der neue Unternehmer mit Hilfe der finanzieller Unterstützung der EU einen bis sechs Monate im Land des Gastgebers arbeitet. Die Beantragung von EU-Fördermitteln, kann für KMU oder auch Wissenschaftler die frisch von der Universität kommen, häufig in einem Papierkrieg mit unterschiedlichen Behörden enden. Um ihnen den Weg zur EU-Forschungsförderung zu erleichtern und den transnationalen Technologietransfer zu begleiten, gibt es seit 2016 die Steinbeis 2i GmbH. Als Teil des Steinbeis-Verbundes und Partner im Enterprise Europe Network bilden die Organisationen sowohl für Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Hochschulen, als auch für Politik und Verwaltung die Brücke nach Europa.

Rechte in der EU – Kostenlose Unterstützung für viele Angelegenheiten

Weitere Unterstützung der EU für KMU erfolgt durch die kostenlosen Beratungsstellen von SOLVIT. Diese sollen EU-Bürgern und Unternehmen helfen wenn ihnen das Leben, die Arbeit oder die Geschäftstätigkeit in einem anderen EU-Land erschwert wird, weil sich eine Behörde nicht an das EU-Recht hält. SOLVIT weist die zuständigen Behörden auf die Rechte der Bürger und Unternehmen in der EU hin und sucht mit ihnen gemeinsam nach einer Lösung für das Problem. Auch der European IP Helpdesk bietet KMUs rechtliche Unterstützung. Als offizielle Serviceinitiative der Europäischen Kommission bietet er kostenfreie, professionelle Beratung, Informationen an und veranstaltet Seminare zu den Themenbereichen geistiges Eigentum und geistige Eigentumsrechte. Auf der Homepage von EUOpen4Business finden Sie auch eine Kurzübersicht über EU-Förderung von KMU, sowie weitere Informationen, die Präsentationen der Referenten, den gespeicherten Livestream und Bilder zur Veranstaltung.

Bilder © Nicole Maskus

Editorial Team
25.11.2019
von Editorial Team