Momentaufnahme: AHK-Umfrage in China

Die Ausbreitung des Corona-Virus hat nach einer aktuellen Umfrage der Auslandshandelskammern  Auswirkungen auf die meisten deutschen Unternehmen vor Ort.

Die Auslandshandelskammern, wichtige Ansprechpartner der Unternehmen in den Märtken, haben mit einer Umfrage versucht, sich ein Bild von den wirtchaftlichen Auswirkungen der Epidemie in der Volksrepublik China zu machen. Jens Hildebrandt, Delegierter der Deutschen Wirtschaft in Beijing, stellte am 27. Februar die wichtigsten Ergebnisse einer Blitzumfrage der Deutschen Auslandshandelskammer Greater China unter ihren Mitgliedsunternehmen vor.”In China gibt es kein deutsches Unternehmen, das nicht vom Coronavirus betroffen wäre, 60 Prozent nach eigenen Angaben sogar schwer.” Die Resultate gibt es hier auch zum Download

“Die zahlreichen Handelskonflikte und weltweit weniger Investitionen sind ohnehin schlechte Vorzeichen für das Exportjahr 2020”, hatte zuvor schon Volker Treier, Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), die Lage zusammengefasst. “Nun kommt für die exportorientierten deutschen Unternehmen mit der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus eine erhebliche wirtschaftliche Belastung hinzu.”

China sei der wichtigste Handelspartner Deutschlands, und bei den dort ansässigen über 5.000 deutschen Unternehmen stünden seit Wochen “die Bänder nahezu still”, berichtete Treier. Nur langsam werde die Produktion wieder hochgefahren.

Die rasche Ausbreitung des Virus insbesondere im Norden Italiens treffe das Wirtschaftszentrum Italiens und sorge aktuell für zusätzliche Verunsicherung der deutschen Exportwirtschaft, beobachtet er. Schließlich sei das Handelsvolumen Deutschlands mit der italienischen Provinz Lombardei fast so groß wie das mit Japan.

Bislang beschränkten sich die Auswirkungen auf die Schutzmaßnahmen, die die Unternehmen für ihre Mitarbeiter vor Ort träfen. “Sollten aber Lieferketten unterbrochen werden, dann wären Produktionsausfälle die Folge”, warnt Treier. Dann geriete der bislang ungehinderte Waren- und Dienstleistungsverkehr zwischen Italien und Deutschland ins Stocken.

“Die Auswirkungen auf die deutsche Konjunktur dürfen nicht unterschätzt werden”, stellt der DIHK-Außenwirtschaftschef klar. “Schließlich ist Italien mit einem Handelsvolumen von über 125 Milliarden Euro der fünftwichtigste Handelspartner Deutschlands, und täglich gehen insbesondere unverzichtbare industrielle Vorleistungsprodukte in beide Richtungen über die Alpen.” Allein daran zeige sich, “dass das Coronavirus erhebliche Ausstrahlung auf den Welthandel zu entwickeln beginnt”.

Der DIHK informiert auf seinen Internetseiten über aktuelle Entwicklungen in den betroffenen Märkten und stellt dort Links und Empfehlungen für Unternehmen zusammen.

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Hans Gäng
27.02.2020
von Hans Gäng