Wenn der Weg nach China über Hannover führt
CIIPA auf der HANNOVER MESSE 2026: Dialog-Plattform und Startrampe für das China-Geschäft
Immer mehr chinesische Unternehmen suchen auf der HANNOVER MESSE den Zugang zum europäischen Markt. Aber auch deutsche Unternehmen können dort Nischen und neue Chancen in China entdecken. Dies und den Zugang zu den in Deutschland noch weniger bekannten Industrieregionen fördert auf der Messe die chinesische Investitionsagentur CIIPA. Sie bietet neue Formate des unternehmerischen Austauschs – und nach der Messe auch eine Delegationsreise zum Thema Smart Manufacturing nach China.
Hat der größte Industrieproduzent der Welt, dem die UNIDO in ihren Reports 35 Prozent der gegenwärtigen industriellen Weltproduktion zuschreibt, eigentlich einen angemessenen Platz auf der weltgrößten Industriemesse? Und ob: Chinas Produktionstechnik, ist nirgendwo außerhalb des Mutterlands so umfassend präsent wie auf der HANNOVER MESSE. Der Ausstellerkatalog spuckt 2026 eine Excel-Liste mit genau 638 Ausstellern aus, wenn man das Herkunftsland China eingibt.
Aber welche Möglichkeiten bieten sich da noch deutschen Unternehmen in China? Auch dafür ist die HANNOVER MESSE eine in ihrer Art einzigartige Fundstelle. Dazu beigetragen hat neben den Industrieausstellern die in Frankfurt am Main angesiedelte Investitionsagentur CIIPA. Seit ihr damaliger Chef Xu Yaoyun zusammen mit seinem erfahrenen Messechef Yang Haifeng 2016 erstmals einen Stand angemeldet hat, hat sich die Präsenz Jahr für Jahr erweitert.
Halle 11: Plattform für den Unternehmerdialog – mit eigener Veranstaltungsbühne
Der CIIPA-Stand hat sich zu einer wahren Plattform für den Unternehmerdialog mit China entwickelt – 2026 nun sogar mit einer eigenen Veranstaltungsbühne. Trotz einer geopolitisch nicht einfachen Situation setzt das Team um die junge CIIPA-Chefin Li Jiyang auf den direkten und persönlichen Austausch der Unternehmen.
2026 legt CIIPA einen besonderen Schwerpunkt auf die Rolle künstlicher Intelligenz in der industriellen Entwicklung. Wie KI die Wertschöpfung verändert, welche Rolle chinesische KI-Systeme in globalen Produktionsnetzwerken spielen und wie europäische Unternehmen damit umgehen können, sind aktuelle Themen, die in Hannover diskutiert werden.
Topthema: KI in der industriellen Wertschöpfung
Am 20. April 2026 um 10:30 Uhr wird dazu in Halle 11 der Ausstellungsbereich „Invest in China“ eröffnet. Es sprechen dort Yu Guangsheng, der stellvertretende Generaldirektor der CIPA in Beijing, Zhai Qian, der Gesandte der chinesischen Botschaft in Berlin, und Dr. Marc Wucherer, der CEO des in China sehr erfolgreichen Automatisierungsspezialisten Lenze SE. Am Nachmittag untersuchen Keynotes von Prof. Dr. Jan-Philipp Büchler (FH Dortmund) Prof. Dr. Wolfgang Wahlster (DFKI) Chancen der Hidden Champions und Möglichkeiten der Partnerschaft in der industriellen KI.
Den intensiven Dialog mit der deutschen Automobilindustrie pflegt ein Empfang von CIIPA , der den 10. deutsch-chinesischen Automobilkongress im Herbst auf der IZB in Wolfsburg vorbereitet.
Dazu kommt erstmals auf dem Messestand ein ergänzendes Service- und Beratungsangebot für chinesische Unternehmen in Deutschland – etwa zu Compliance, Steuer- und Finanzfragen, Arbeitsrecht, Datenschutz, PR und Branding.
Ziel: Zugang zu den industriellen Zentren Chinas
Eine wichtige Funktion der CIIPA-Präsenz in Hannover ist die Schaffung von Zugang zu den sehr zahlreichen industriellen Zentren Chinas. 2026 hat erstmals Hunan die Rolle einer Gastprovinz. Die Industrieregion in Zentralchina mit ihrer 10-Millionen-Hauptstadt Changsha hat insgesamt 68 Millionen Einwohner. Sie hat sich vom Kohle- und Agrarzentrum zu einem Hightech-Cluster gewandelt. Zoomlion, einer der weltgrößten Hersteller von Baumaschinen und Schwerlastgerät, ist hier ansässig – ebenso wie CRRC Zhuzhou, ein führender Hersteller von Antriebssystemen für Bahnen und Speichertechnologien für erneuerbare Energie. Beide sind in Hannover Aussteller. Auch die industriell weniger bekannte Provinz Shaanxi zeigt, wie sie den Wandel vom Bergbau zur Technologieregion mit Fokus auf Energie geschafft hat.
Auf dem CIIPA-Stand finden sich auch Beijing mit seiner „Two Zones“-Initiative für Tech-Investitionen, der Suzhou Industrial Park – eine der bekanntesten und erfolgreichsten sino-deutschen Wirtschaftskooperationen überhaupt – sowie die südchinesische Stadt Zhuhai.
Die immer noch rasante industrielle Transformation Chinas – am besten vor Ort zu verstehen
Über die Provinzen, die in Hannover präsent sind, hat der Asien-Experte Thomas Kiefer einige Grundinformationen aus seinen Fachartikeln auf der Website silkrail.de zusammengestellt: „Eine gute Messevorbereitung ist die Voraussetzung für den Messeerfolg“. Für den Journalisten Kiefer, der auch ein zunehmendes Interesse chinesischer Medien für den Messeplatz Hannover registriert, ist klar: „Der Messebesuch in Hannover ist für mich Pflicht und die beste Reisevorbereitung – für den nächsten China-Besuch.“
Dass die rasante industrielle Transformation Chinas am besten vor Ort zu verstehen ist, sieht auch CIIPA so. Das Team setzt darum auf die Fortsetzung der persönlichen Begegnung auch nach der Messe: über die Neuauflage einer Informations- und Delegationsreise zum Thema Smart Manufacturing.
Diese soll Interessenten Anfang September in die Metropolen der intelligenten Fertigung führen: nach Tianjin, Qingdao, Zhuhai und abschließend zur Investitionsmesse in Xiamen. Auch bei der Organisation individueller Zusatzbesuche, etwa bei neuen Gesprächspartnern aus Hannover, ist das engagierte Team in Frankfurt behilflich.
Straff organisiertes Programm für Mittelstand und KMU
Die Reise, an der 2025 auch der Autor teilgenommen hat, war kein Tourismus mit ergänzendem Fabrikbesuch. Sie war ein straff organisiertes Programm, auf mittelständische Unternehmen zugeschnitten. Bei Firmenbesuchen, Gesprächen, auch mit erstaunlich gut auf den deutschen Besuch vorbereiteten CEOs, und begleitenden Fachveranstaltungen konnten die Teilnehmer die eigene Technologiekompetenz vorstellen. Über Hannover nach China selbst – auch 2026 ein naheliegender Schritt.
